Sonntag, 17. Februar 2019

Eine Apotheke mit Geheimnissen

Kaiser-Apotheke
Theodor-Heuss-Ring 34, 50668 Köln
Ein Einbrecher wäre spätestens im Hinterzimmer der Apotheke umgedreht, Schutzsuchende hätten sich, egal mit wieviel Gefahren und Umständen es verbunden gewesen wäre, einen anderen Keller gesucht, um den Bombenangriff zu überstehen. Dabei handelte es sich um ein Kellergeschoss, das außerordentlich gut isoliert und komfortabel wie in einem Dornröschenschlaf dalag und sogar über einen Konferenzraum verfügte. Kein Geräusch drang hinein. Schmal fühlte, dass dieser Ort anders war, als alle, die er bisher kennengelernt hatte.

(aus dem Kapitel "Zo Fooß no Kölle jonn")


Tipp:
Beim nächsten Spaziergang am Ebertplatz (jenseits der No-Go-Area natürlich😉) einfach mal die Nase am Schaufenster der alten Kaiser-Apotheke plattdrücken oder diesen kleinen Bericht darüber lesen:

https://www.ksta.de/koeln/mein-veedel-mit-komik-durchs-kunibertsviertel-5902028

Samstag, 12. Januar 2019

Ein neues Gesicht

Der Nasenlose (Teil II)


Charakterskizzen dienen dem Zeichner Daniel Bechthold zur Vorbereitung und als Gedächtnisstützen für die eigentlichen Illustrationen. Im Fall der "nasenlosen Kreatur" war er während der fortgeschrittenen Arbeit mit seiner Vorlage nicht mehr zufrieden, sodass die Figur noch einmal ganz neu angelegt und ausgeformt wurde.

vorher:


nachher:

Der Namenlose fühlte den Atem des Gelbgesichtigen seine Haut streifen wie ein herumirrendes Insekt. Er hörte ein tiefes Luftholen, das ihn an das Einatmen eines Krokodils vor dem Tauchgang erinnerte. Dann presste der Gelbgesichtige seine pergamentartigen Lippen auf die Nasenlöcher des Namenlosen, blies scharf hinein und verursachte ein explosionsartiges Gefühl in dessen Gehirn. Panisch riss er die Augen auf und starrte in die winzigen Nasenlöcher seines Peinigers.

(aus dem Kapitel "Bogart")

Samstag, 5. Januar 2019

Der Tod steht ihr gut

Illustre Figuren und Kreaturen aus Klungas Köln

heute: Farina


Die Mitglieder des Kultes hatten sich gesäubert und trugen festliche Togen. Farina stand die Unsterblichkeit gut, ihr Teint war heller, aber immer noch samtig, das Haar wirkte nun noch schwärzer und wahrhaft vollkommen.

(aus dem Kapitel „Colonia semper urbs lamiarum“)

Samstag, 29. Dezember 2018

Das Phantom unter den Ghulen

Illustre Figuren und Kreaturen aus Klungas Köln

heute: der Namenlose

vormals menschlicher Name: unbekannt
Ghul seit der Schlacht nahe der Stadt Oujida 1844




„Ich habe gehört, wie mich deine Leute ‚Bogart‘ genannt haben“, sagte der Namenlose scharf.
„Und siehst du nicht ganz genauso aus wie dieser Schauspieler? Mit Hut, Trenchcoat und der Zigarette im Mundwinkel? Meine Jungs kommentieren nur, was sie sehen. Es ist ein Spitzname, weiter nichts.“
„Bogart ist eine Tarnung. Eine Illusion. Morgen gibt es keinen Bogart mehr."

(aus dem Kapitel „Béton Brut“)

Sonntag, 23. Dezember 2018

Die verrückte Nachbarin

Illustre Figuren und Kreaturen aus Klungas Köln

heute: Gitti


Julias Finger gleiten unauffällig unter den Strohhut, der auf der Ablage im Flur liegt. Im Wandspiegel sieht sie, wie sich ihre Stirn krauszieht. Alufolie. Das Innere ist eindeutig mit Alufolie ausgekleidet. In der Küche hört sie Gitti Kaffeebohnen sortieren. Es lässt Julia an eine übergeschnappte Taube im Märchen denken, die nach einem für Außenstehende unverständlichen System gut von böse trennt. 

(aus dem Kapitel „An der kleinen Bar im Café Germania“)

Freitag, 14. Dezember 2018

Des Wahnsinns fette Beute

Illustre Figuren und Kreaturen aus Klungas Köln

heute: Alexander Schmalz & Ina Elbracht

Adam Hülsewehs Gehilfen und Co-Autoren


Wahnsinn! Manchmal finden auch (halbwegs) menschliche Wesen Einzug in Klungas Charakterskizzen-Personenverzeichnis. Hier hat Illustrator Daniel Bechthold den beiden geplagten Assistenten von Autor Adam Hülseweh eine große vorweihnachtliche Freude bereitet und sie ins Bild gebannt. Da bleiben sie ab jetzt immer fröhlich, frisch und ferrückt. Na gut: verrückt.

Samstag, 8. Dezember 2018

Eine Illustration entsteht

Dem Zeichner über die Schulter geschaut



Hier seht Ihr Daniel Bechthold mit seinen wichtigsten Arbeitswerkzeugen, die er zum Illustrieren benötigt, nämlich Blei- und Tuschestift, einer geschickten Zeichnerhand sowie einem Künstlerhirn, letzteres unter der Mütze versteckt.

Begleiten wir Daniel nun dabei, wie eine Illustration für das Kapitel "Zo Fooß no Kölle jonn" entsteht. Die Vorgabe: Zwei Ghule gehen während eines Bombenangriffs im Winter 44/45 durch die bereits sehr zerstörte Kölner Innenstadt.

Bevor Daniel mit den "richtigen" Illustrationen begonnen hat, hat er bereits umfangreiche Charakterskizzen angefertigt, auf die er nun zurückgreifen kann. Zwar sieht man die Ghule Klunga und Schmal hier nur von hinten, aber sie sind praktischerweise trotzdem schon vorhanden und müssen nur noch ins Bild geschubst werden.😉


Klunga
Schmal

Eine erste Bleistiftskizze entsteht.
Figuren, zerbombte Bauten, der Weg und natürlich der Dom. Die Perspektive ist angelegt:


Die bereits erwähnte Zeichnerhand verfeinert die Skizze:


Der Bleistift hat seinen Dienst getan. Nun kommt der Tuschestift ins Spiel.
Die Zeichnung gewinnt nach und nach an Schärfe, Tiefenwirkung und Bedrohlichkeit:







Am Ende steht die eingescannte Zeichnung, die so später ihren Weg als Illustration in den Roman finden wird:




Gut gemacht, Daniel! Dabei könnten wir stundenlang zugucken. 😁